Bund der Steuerzahler: Hundebesitzer werden kräftig zur Kasse gebeten

Hohe Hundesteuer – auch in Hilden: Wofür eigentlich?

Hundebesitzer in Nordrhein-Westfalen werden in diesem Jahr zum Teil kräftig zur Kasse gebeten“, erklärt der Bund der Steuerzahler NRW in seinem Hundesteuervergleich 2022 zum „Tag des Hundes“ am 12. Juni: „19 Kommunen haben die Steuern für die Vierbeiner in diesem Jahr erhöht. Durchschnittlich wurden die Steuern für den ersten Hund um 20 Prozent, für den zweiten Hund um fast 17 Prozent und für den dritten Hund um ca. 19 Prozent erhöht.“

 

Zum Beispiel in Hilden

 

Banner-Dependance-Dez-2021

 

Hier gelten folgende veränderte Sätze:

  • Erster Hund in 2021: 114€
  • Zweiter Hund in 2022: 120€

 

  • Zweiter Hund in 2021: 138€
  • Zweiter Hund in 2022: 150€

 

  • Dritter Hund in 2021: 150€
  • Dritter Hund in 2022: 163€

 

  • Erster „gefährlicher Hund“ in 2021: 912€
  • Erster „gefährlicher Hund“ in 2022: 960€

 

  • Zweiter und dritter „gefährlicher Hund“ in 2021: je 1.140€
  • Zweiter und dritter „gefährlicher Hund“ in 2022: je 1.200€

Quelle: ➤ Bund der Steuerzahler NRW

 

Damit steht die Itterstadt bei den landesweit höchsten Hundesteuersätzen relativ weit oben in der  Auflistung.

Nur eine Bagatellsteuer, die Geld in städtischen Säckel spült?

Doch wozu werden die Einnahmen eigentlich verwendet?

Rik Steinheuer vom Bund der Steuerzahler meint: „Ein beliebtes Mittel, um Geld in die Stadtkasse zu spülen, ist die Hundesteuer. Wie bei jeder anderen Steuerart auch fließen die Einnahmen aus der Hundesteuer in den allgemeinen Haushalt und sind nicht zweckgebunden. Es ist also ein Trugschluss, dass die Einnahmen aus der Hundesteuer dazu dienen, die Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Straßen und in Parks zu beseitigen, Fiffi-Tüten-Spender aufzustellen oder Hundewiesen einzurichten.“

 

Stimmt das so? Wir haben bereits im vergangenen November bei der Stadt Hilden angefragt. Stadtkämmerin Anja Franke antwortete uns ➤ damals: „Die Hundesteuer ist eine sogenannte örtliche Aufwandsteuer. Die Hundesteuer verfolgt eine zweifache Zielsetzung: Neben der wesentlichen Absicht der Einnahmenerzielung (gemein mit allen Steuern) tritt das ordnungspolitische Anliegen der Eindämmung der Hundehaltung. Die Hundesteuer ist keine Gebühr und keine zweckgebundene Einnahme (insbesondere nicht als Finanzierungsmittel zur Beseitigung von Hundekot), sondern ein allgemeines Deckungsmittel für den städtischen Haushalt.“

 

Banner-Lidl-Sept-2021

 

Damit dürfte sich Rik Steinheuer vom Bund der Steuerzahler bestätigt fühlen: „Die Hundesteuer spült einfach nur Geld ins Stadtsäckel. Sie ist aber nichts weiter als eine Bagatellsteuer, die in einem modernen Steuersystem keinen Platz mehr hat.“

Wo gibt es die höchsten, wo die niedrigsten Sätze?

Weitere Infos vom Bund der Steuerzahler:
➤ Hundesteuersätze in den NRW-Kommunen

Bericht: Achim Kaemmerer
Foto: D.Kudyba/N.Verlaan / Pixabay

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei Facebook.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.