Fuß vom Gas: Stadt Hilden richtet mehr Tempo 30-Bereiche ein

Hier müssen motorisierte Fahrzeuge demnächst langsamer werden

Auf vielen Hildener Straßen wird es sehr bald mehr Tempolimits geben. In diesen Tagen beginnt die Stadtverwaltung mit der Einrichtung von 30er Zonen auf der Hochdahler Straße, Gerresheimer Straße und auf dem Straßenzug Lindenstraße, An den Linden, Erikaweg und Lehmkuhler Weg. „Sobald die Beschilderung installiert ist, gilt dort die neue Höchstgeschwindigkeit“, teilt das Rathaus mit. Hinzu kommen die Straßenabschnitte Ellerstraße, Benrather Straße, Klotzstraße und Kirchhofstraße. Da dieses Landesstraßen sind, hat die Stadtverwaltung Hilden im April 2026 eine entsprechende Anordnung an Straßen.NRW versendet. Der Landesbetrieb muss diese dann umsetzen.

 

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Quelle: Stadt Hilden

Die Ost-West-Verbindung über die Düsseldorfer Straße, Benrather Straße, Berliner Straße und Walder Straße bleibt vorerst von der Regelung ausgeschlossen. Hier gilt „aufgrund ihrer Funktion im überörtlichen Verkehrsnetz sowie des breiten, teilweise vierspurigen Straßenquerschnitts zunächst weiterhin Tempo 50“, sagt die Stadt Hilden. „Insbesondere die an die Berliner Straße angrenzende Wohnbebauung ist zudem bereits weitgehend nach modernen Lärmschutzstandards errichtet.“

 

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Stadt setzt gesetzliche Vorgaben um – Stadtrat beschließt Lärmaktionsplan

Im Januar 2024 hat der Stadtrat mit knapper Mehrheit den Lärmaktionsplan, Stufe 4, beschlossen.

Abstimmungsergebnis laut Protokoll:

32 Ja-Stimmen von SPD (15), Grüne (13), Allianz für Hilden (2), Ratsmitglied Didschuneit/Die Linke (1) und Bürgermeister Pommer (1)
30 Nein-Stimmen von CDU (20), FDP (4), Bürgeraktion (3) und AfD (3)

Die Fortschreibung sei außerdem „gesetzlich vorgeschrieben und basiert auf europäischen Vorgaben zur Reduzierung von Umgebungslärm“, erläutert die Stadtverwaltung. „Viele Bürger*innen haben sich im Rahmen der Beteiligung ausdrücklich für Maßnahmen zur Lärmminderung ausgesprochen.“

„Mehr Sicherheit, weniger Lärm“

Die betroffenen Straßenabschnitte seien fachlich geprüft worden. Die Lärmsituation und die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss seien dabei abgewogen und bewertet worden.

„Tempo 30 ist eine wirksame Maßnahme, um die Lärmbelastung für viele Menschen spürbar zu reduzieren und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, erklärt der Technische Beigeordnete Peter Stuhlträger.

Denn Tempo 30 bedeute:

  • Weniger Menschen werden dann hohen Lärmbelastungen von über 70 dB(A) ausgesetzt.
  • Durch gleichmäßigeres Fahren und weniger starke Beschleunigungen aller Verkehrsteilnehmer reduzieren sich die Schadstoffemissionen.
  • Wer langsamer fährt, verringert dank längerer Reaktionszeit, kürzerer Anhaltewege und geringerer Aufprallkräfte die Unfallrisiken im Verkehr.
  • Radfahrende können sich durch niedrigere Geschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs sicherer fühlen.
  • Auch auf den Bürgersteigen erhöht sich die Aufenthaltsqualität.

Ein bis zwei Minuten mehr Zeit auf den Straßen

Kritiker werden nun sagen: „Wenn ich nur 30 fahren darf, dann komme ich ja noch langsamer voran“.

Dem entgegnet die Stadt Hilden mit folgender Begründung: „Ein Vergleich auf einer typischen innerstädtischen Strecke – von der Gerresheimer Straße/Nordring bis zur Tiefgarage der Sparkasse – zeigt: Die Unterschiede bleiben gering. Mit dem Auto dauert die Fahrt bei Tempo 30 im Durchschnitt nur etwa eine Minute länger, im öffentlichen Nahverkehr ein bis zwei Minuten. Für Radfahrende ergibt sich keine Veränderung.“

 

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Die Ampelphasen werden nicht verändert, denn: „Die Temporeduzierung hat keine spürbaren Auswirkungen darauf, wie gut die Grünphasen erreicht oder genutzt werden können.“ Bei einer geringeren Geschwindigkeiten und weniger Stop-and-Go werde sich der Verkehr „insgesamt gleichmäßiger verteilen“.

Ungeachtet dessen sollen im Jahr 2027 alle Ampelanlagen im Stadtgebiet neu berechnet und ggf. Angepasst werden.

 

Ein flächendeckendes Tempo 30-Limit in Hilden ist ohnehin Teil des Mobilitätskonzeptes, das der Stadt Anfang 2025 nach zähem Ringen beschlossen hatte.

Quelle: Stadt Hilden
bearb: KA
Archivfoto: anzeiger24.de

 

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