Kommentar: Die Wasserfee – ein Denkmal städtischer Säumigkeit

Seit Jahren verspricht die Stadt Hilden Abhilfe. Geschehen ist erschreckend wenig

Es ist eine Geschichte, die inzwischen geradezu beispielhaft für den Umgang der Stadt Hilden mit Problemen im öffentlichen Raum steht: Es werden Erklärungen abgegeben, Reparaturen angekündigt und zuversichtliche Pressemitteilungen verbreitet. Doch eine dauerhafte Lösung bleibt aus.

Im Mittelpunkt steht diesmal die „Wasserfee“ auf dem Warrington-Platz. Sie ist kein gewöhnlicher Wasserspender und auch kein beliebiges Spielgerät. Die 1999 von der Firma Kalkmann Kontakt-Kunst geschaffene „Wasserfrau“ ist ein eigenständiges Kunstwerk, das Kindern und Erwachsenen das Element Wasser spielerisch näherbringen soll.

Doch behandelt wird dieses Kunstwerk seit Jahren, als sei es ein alter, entbehrlicher Gegenstand, um den sich niemand ernsthaft kümmern müsse.

 

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Große Worte aus dem Rathaus

Bereits im Sommer 2022 (!) verkündete Baudezernent Peter Stuhlträger voller Freude, die Wasserfee sei wieder in Betrieb. Er sprach von einem „Wasserspielplatz“ und versprach den Kindern für die heißen Tage „Abkühlung“ und „Spaß“. Die Freude hielt nicht lange. Schon kurze Zeit später fiel die Anlage nämlich erneut wieder aus.

 

Damals bot anzeiger24 der Stadt an, die Wasserfee auf eigene Kosten fachgerecht instand setzen zu lassen. Ein Hildener Elektromeisterbetrieb und ein Malermeisterbetrieb sollten die Technik reparieren beziehungsweise erneuern und das Kunstwerk nach den Vorgaben seines Schöpfers neu aufbereiten. Mit der Firma Kalkmann, die das Kunstwerk gestaltet und gebaut hatte, war das Vorhaben bereits abgestimmt worden und die Initiative ausdrücklich begrüßt.

Für die Stadt wäre dies eine ausgesprochen komfortable Lösung gewesen: Fachbetriebe standen bereit, die Abstimmung mit dem Urheber des Kunstwerkes war gewährleistet, und die Arbeiten sollten die Stadt nicht einmal etwas kosten.

Doch das Baudezernat, Leiter Peter Stuhlträger, lehnte ab.

 

Die Stadt wollte es lieber selbst machen

Die Begründung der Stadt vom 5. Oktober 2022 war eindeutig: Das Baudezernat habe entschieden, die vollständige Erneuerung der Technik sowie die Aufbereitung des Kunstwerkes selbst durchzuführen. Gewährleistungs- und Haftungsfragen sollten dann unmittelbar zwischen der Stadt und der Firma Kalkmann geregelt werden.

Damit lag alles auf dem Tisch, die Stadt musste lediglich zustimmen. Doch passiert ist bis heute nichts.

 

Aus dem klaren Versprechen wurde nichts

Denn von einer vollständigen Erneuerung der Technik und einer sorgfältigen Aufbereitung des Kunstwerkes ist bis heute nichts zu erkennen. Stattdessen wiederholte sich regelmäßig dasselbe Schauspiel: Die Wasserfee funktionierte nicht, wurde notdürftig repariert, dröppelte zeitweise wieder und fiel anschließend erneut aus.

 

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Besonders bitter ist, dass die Stadt zuvor eine fachgerechte und für sie kostenlose Lösung verhindert hatte. Wer ein solches Angebot ablehnt und ankündigt, die Angelegenheit selbst zu erledigen, muss sich auch daran messen lassen.

 

Und wer trägt die Verantwortung?

Verantwortlich für diesen Bereich ist Baudezernent Peter Stuhlträger. Er war es, der sich öffentlich über die vermeintlich erfolgreiche Wiederinbetriebnahme freute. Sein Dezernat war es, das die angebotene Hilfe ablehnte. Und aus seinem Verantwortungsbereich kam das Versprechen, Technik und Kunstwerk vollständig aufarbeiten zu lassen.

Deshalb muss sich Stuhlträger fragen lassen, warum seinen Worten bis heute keine überzeugenden Taten gefolgt sind.

 

Pressemitteilungen ersetzen keine funktionierende Technik. Optimistische Erklärungen sind keine Instandhaltung. Und die wiederholte Behauptung, man kümmere sich, wird irgendwann unglaubwürdig, wenn das Ergebnis über Jahre dasselbe bleibt.

Wenn Peter Stuhlträger nun auf Nachfrage erneut verspricht, dass etwas geplant oder vorbereitet werde, ist Skepsis nicht nur erlaubt, sondern geradezu geboten. Warum sollten die Bürger einem weiteren Versprechen vertrauen, nachdem schon die eindeutige Zusage aus dem Jahr 2022 nicht eingehalten wurde?

 

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Eine Planung ist erst dann etwas wert, wenn sie konkret ist: mit einem klaren Auftrag, einem belastbaren Zeitplan und einer gesicherten Finanzierung. Allgemeine Ankündigungen reichen nach dieser Vorgeschichte nicht mehr.

 

Respektloser Umgang mit einem Kunstwerk

Besonders erschreckend ist die Gleichgültigkeit, die im Umgang mit der Wasserfee sichtbar wird. Hier geht es nicht allein um ein wenig Wasser an heißen Sommertagen. Es geht um ein öffentliches Kunstwerk, das seit 1999 zur Hildener Innenstadt gehört und das die Stadt, oder besser gesagt die Steuerzahler, damals Geld gekostet hat.

Kunst im öffentlichen Raum ist Eigentum der Stadt und damit letztlich Eigentum ihrer Bürger. Wer solche Werke besitzt, übernimmt auch die Verpflichtung, sie zu erhalten, zu pflegen und mit Respekt zu behandeln.

 

Bei der Wasserfee vermittelt die Stadt jedoch den gegenteiligen Eindruck: Solange sich niemand laut genug beschwert, darf das Kunstwerk offenbar vor sich hin altern. Repariert wird allenfalls punktuell, und eine angekündigte grundlegende Aufbereitung verschwindet über Jahre in den Tiefen der Verwaltung.

 

Die Geschichte der Wasserfee ist deshalb längst mehr als eine kleine Panne auf einem innerstädtischen Spielplatz. Sie ist ein Symbol für städtische Säumigkeit, gebrochene Versprechen und mangelnde Wertschätzung gegenüber öffentlichem Eigentum und den Hildener Bürgern!

 

Bericht: LT

 

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