
Kann eine KI eine Krankheit besser diagnostizieren und behandeln als Ärzte? Das glauben zumindest immer mehr Menschen, die schlechte Erfahrungen mit ihrem Gesundheitssystem gemacht haben – nicht nur in Deutschland. Diese Erkenntnis hat das Künstlerduo kennedy+swan (Bianca Kennedy, Foto oben, und Swan Collective) zu einer Idee für ihre neue Ausstellung inspiriert. Unter dem Titel „ALICE – Unsterblich bis zum Schluss“ ist das Ergebnis vom 14. Juni (Vernissage beginnt um 11 Uhr) bis zum 16. August 2026 im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64 zu sehen.
Entscheiden Technologien über die Zukunft der Medizin? KI analysiert kreative Lungenschnitte
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, wenn Technologien beginnen, unseren Körper zu analysieren, Krankheiten vorherzusagen und möglicherweise sogar über unsere Zukunft mitzuentscheiden.
Für das Ausstellungsprojekt haben die beiden Berliner ein Stipendium am BiFOLD-Institut ergattert. Dort haben sie mit Wissenschaftlerinnen Algorithmen erforscht, die in medizinischen Gewebescans Lungenkrebs erkennen sollen. Daraufhin haben sie selber Abbildungen von Lungenschnitten mit Tinte, Salz oder Alkohol kreiert – und die KI sollte dazu eine medizinische Beurteilung erstellen.
Was die Maschine diagnostiziert hat, wird in der Werkschau in großformatigen Werken auf Leuchtkasten dargestellt. Das könnte manchen Fachmann zum Staunen bringen.
Zweiter Bestandteil der Ausstellung ist eine Videoperformance. Beim fiktiven Bio-KI-Unternehmen ALICE wurden diverse Patientinnen und Patienten zu ihren Erfahrungen bei Behandlungen befragt. Eine Künstliche Intelligenz verspricht ihnen nichts Geringeres als Unsterblichkeit. Die Probandinnen und Probanden sprechen von ihren Hoffnungen, Ängsten und Zweifeln. Die (englischen) O-Töne sind echt, die sprechenden Gesichter dazu künstlich erstellt. Damit zeigt die Ausstellung die Grenzen zwischen wissenschaftlicher Vision, technologischer Entwicklung und gesellschaftlicher Realität auf.
Zugleich befasst sich das Projekt mit grundlegenden Fragen über Gesundheit, Selbstbestimmung und der Zukunft des Menschen an sich. Die Exponate regen die Besucherinnen und Besucher an, über technologische Möglichkeiten nachzudenken, die eigene Haltung zu einer zunehmend digitalisierten Welt zu hinterfragen und sich mit den Chancen, Hoffnungen und Risiken Künstlicher Intelligenz in der Medizin auseinanderzusetzen.
Öffnungszeiten und Sonderführung
Der Eintritt zur Ausstellung „ALICE – Unsterblich bis zum Schluss“ im Kunstraum Gewerbepark-Süd ist frei.
Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr.
Mehr über die Hintergründe erfahren Interessierte bei der Eröffnung oder bei einer Sonderführung am Mittwoch, 5. August 2026, um 17 Uhr mit Kulturamtsleiterin Dr. Sandra Abend statt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.
Quelle: Kulturamt Hilden
bearb: KA
Fotos: anzeiger24.de
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