
Ist die Verkehrssicherheit an der Kreuzung Hagelkreuz-/Kirchhofstraße gefährdet, seitdem der Verkehrsspiegel entfernt wurde? Das befürchtet zumindest der ADFC Hilden. Der Spiegel sei „präventiv, effektiv“ gewesen und habe sich „bewährt“, schreibt der Ortsverein in seinem jüngsten Newsletter. Denn so sei der „Kfz-Querverkehr frühzeitig erkennbar“ gewesen. „Dass Fahrradstraßen vor allem für Radfahrende gedacht sind, diese langsamer beschleunigen und gegenüber motorisiertem Querverkehr die schlechteren Karten haben, scheint dabei nebensächlich zu sein. (…) Ein neuer Spiegel wäre eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung. Schnell aufgestellt, günstig und vor allem radfreundlich.“
Wir fragen nach.
Rathaus: Sicherheit wegen Verzerrungen und Witterung trügerisch und nicht verlässlich
Die Stadtverwaltung erklärt uns: „Verkehrsspiegel bieten aus heutiger Sicht leider keine verlässliche Verkehrssicherheit, da sie durch optische Verzerrungen sowie äußere Einflüsse wie Nässe, Verschmutzung, Schnee oder Eis ein trügerisches Bild des Verkehrsgeschehens vermitteln können. Auch ihre Anfälligkeit für Witterungseinflüsse und Vandalismus spricht gegen eine dauerhafte Nutzung im öffentlichen Verkehrsraum.“
Und eben das sei hier der Fall gewesen: „An der Kreuzung Hagelkreuzstraße / Kirchhofstraße ist die Sicht in beide Fahrtrichtungen der Kirchhofstraße nach fachlicher Bewertung einwandfrei gegeben. Der vorfahrtberechtigte Verkehr auf der Kirchhofstraße ist für Radfahrende aus der Hagelkreuzstraße kommend klar und rechtzeitig erkennbar. Sollte die Sicht durch andere Verkehrsteilnehmende eingeschränkt sein, müssen die Personen, die aus der Hagelkreuzstraße ausfahren, entsprechend vorsichtig und langsam in den vorfahrtberechtigten Verkehr einordnen.“ Außerdem habe die Kreispolizei diese Stelle weder als „unfallauffällig“ noch als „problematisch“ eingestuft.
Zudem ist an der Kreuzung das Verkehrszeichen 206 („Halt. Vorfahrt gewähren“) angeordnet, welches gleichermaßen für den motorisierten Verkehr wie auch für den Radverkehr gilt.
Der Verkehrsspiegel sei obendrein„stark verwittert und beschädigt“ gewesen, heißt es weiter. Eine Erneuerung sei geprüft worden, aber: „Nach einer Inaugenscheinnahme und Fahrversuchen durch Kolleg*Innen der städtischen Verkehrsbehörde und des Zentralen Bauhofs wurde festgestellt, dass der Spiegel die Verkehrssicherheit eher verschlechtert als verbessert. Deshalb wurde er entfernt und entschieden, ihn nicht durch einen Neuen zu ersetzen.“
Warum stehen so viele Spiegel auf der Richard-Wagner-Straße?
Doch der ADFC bohrt noch weiter: Warum stehen dann gleich mehrere Sicherheitsspiegel auf der Richard-Wagner-Straße im Hildener Norden? „Liegt es daran, dass hier nicht Radfahrende, sondern Autos vor Kollisionen geschützt werden sollen?“, stichelt der Club.
Dazu erläutert die Stadtverwaltung auf unsere Nachfrage: „Die Stadt Hilden bewertet jede Verkehrssituation individuell und standortbezogen. Die Ausstattung mit Verkehrszeichen oder -einrichtungen richtet sich ausschließlich nach den örtlichen Gegebenheiten und der fachlichen verkehrsrechtlichen Bewertung. Auch an anderen Örtlichkeiten, an denen ggfs. noch Verkehrsspiegel vorhanden sind, wie etwa in der Richard-Wagner-Straße, werden diese bei Beschädigungen, starker Verwitterung oder veränderten Rahmenbedingungen jeweils neu bewertet und überprüft, ob ein Ersatz fachlich erforderlich ist. Dies geschieht unabhängig davon, welche Verkehrsart oder -teilnehmenden betroffen sind.“
Bericht: KA
Foto: anzeiger24.de
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