
Die Zukunft des Area 51 wird in Hilden erneut politisch diskutiert. Gleich zwei Anträge zum Haushalt 2026 befassen sich mit dem Jugend- und Kulturzentrum. Sowohl die Grünen als auch SPD und CDU wollen das Angebot ausbauen. Die Stadtverwaltung hält mehr Jugendarbeit dort zwar grundsätzlich für wichtig, empfiehlt aber, beide Anträge nicht zu beschließen.
Grüne fordern halbe zusätzliche Stelle
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, im Area 51 eine zusätzliche halbe Stelle für eine Sozialpädagogin oder einen Sozialpädagogen einzurichten.
Zur Begründung verweisen die Grünen auf eine schwierige personelle Situation. Das Area 51 sei eigentlich gut aufgestellt, habe sich aber in den vergangenen Jahren wegen personeller Veränderungen und knapper städtischer Mittel von den Bedürfnissen vieler junger Menschen im Hildener Norden entfernt. Aus Sicht der Fraktion braucht es dort wieder verlässliche Ansprechpersonen für alltägliche Probleme, etwa in Schule, Familie oder bei der Berufswahl.
SPD und CDU wollen größeres Maßnahmenpaket
Deutlich weiter geht ein gemeinsamer Antrag von SPD und CDU. Die beiden Fraktionen wollen das Area 51 an drei Tagen pro Woche öffnen und dafür eine volle pädagogische Leitungsstelle schaffen. Außerdem fordern sie zusätzliche Mittel für Honorarkräfte, Veranstaltungen, Ferienangebote und Aktionen der offenen Jugendarbeit.
Zugleich soll das Area 51 organisatorisch in der Jugendförderung bleiben. Auch die bisher beim Kulturamt angesiedelte kulturpädagogische Fachkraft soll nach dem Willen von SPD und CDU dauerhaft dem Jugendbereich zugeordnet werden.
Die Fraktionen begründen ihren Antrag damit, dass das Area 51 ein wichtiger, niedrigschwelliger Treffpunkt für Kinder und Jugendliche sei. Mehr Öffnungstage bedeuteten mehr Verlässlichkeit, bessere Begleitung und stärkere Beziehungen. Gerade in schwierigen Zeiten dürfe bei Kindern und Jugendlichen nicht gespart werden.
Verwaltung erkennt Bedarf an
Die Verwaltung teilt die Einschätzung, dass Jugendarbeit wichtig ist und das Area 51 weiter gebraucht wird. Sie verweist aber darauf, dass es in Hilden insgesamt bereits sechs Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit gibt.
Zugleich habe sich die Lage am Standort verändert. Nach der Schließung der Theodor-Heuss-Schule sei die Zahl der Besucher deutlich zurückgegangen. Deshalb sei der Schwerpunkt des Area 51 bereits stärker auf kulturelle Angebote verlagert worden.
Dennoch gibt es dort weiter sozialpädagogische Unterstützung: Die entsprechende Stelle soll 2026 um eine halbe Stelle erhöht werden. Hinzu kommt eine kulturpädagogische Fachkraft mit 15 Wochenstunden. Damit kann das Area 51 an zwei Tagen pro Woche für bis zu 40 Jugendliche geöffnet werden.
Eine Öffnung an drei Tagen sei grundsätzlich möglich. Dafür brauche es aber zusätzliche Honorarkräfte und mehr Sachmittel. Die Verwaltung plädiert deshalb für einen schrittweisen Ausbau statt für sofortige dauerhafte Stellen.
Verwaltung warnt vor hohen Kosten
Vor allem das größere Paket von SPD und CDU bewertet die Verwaltung kritisch. Die vorgeschlagene Leitungsstelle sei mit 70.000 Euro nicht realistisch zu finanzieren, vielmehr müsse mit mindestens rund 86.000 Euro gerechnet werden.
Zusammen mit Honorarkräften und zusätzlichen Sachmitteln ergäben sich laut Verwaltung jährliche Mehrkosten von rund 115.000 Euro. Die Gesamtkosten für das Area 51 lägen dann bei rund 157.000 Euro im Jahr.
Aber auch organisatorisch sieht die Verwaltung noch offene Fragen. Denn solange das Area 51 Jugend- und Kulturzentrum zugleich ist, müssten Jugendförderung und Kulturamt eng zusammenarbeiten. Eine reine Stellenverschiebung reiche dafür nicht aus.
Verwaltung empfiehlt günstigere Zwischenlösung
Am Ende spricht sich die Verwaltung in ihrer aktuellen Stellungnahme gegen beide Anträge in ihrer jetzigen Form aus. Begründet wird dies vor allem mit der angespannten Haushaltslage und mit bereits vorhandenen Angeboten der Jugendarbeit im Stadtgebiet.
Statt eines sofortigen großen Ausbaus plädiert die Stadt für einen vorsichtigeren Weg: mehr Angebote mit geringerem Mitteleinsatz, um zunächst zu prüfen, wie stark ein erweitertes Angebot tatsächlich nachgefragt wird.
Damit ist die politische Debatte aber nicht beendet. Im Rat dürfte es nun vor allem um die Frage gehen, wie viel der Stadt das Area 51 künftig wert ist und wie stark in offene Kinder- und Jugendarbeit investiert werden soll.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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