
Die Verkehrssituation in der Klusenstraße im Hildener Süden beschäftigt bald die Kommunalpolitik. Ein Anwohner hat nach § 24 der Gemeindeordnung NRW einen Bürgerantrag gestellt, der zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung fordert. Über den Antrag soll zunächst der Hauptausschuss beraten. Anschließend könnte sich der Ausschuss für technische Infrastruktur mit möglichen Lösungen befassen.
Sorge um Sicherheit von Kindern
Der Antragsteller schildert eine aus seiner Sicht zunehmend gefährlichere Situation in der Straße zwischen Richrather Straße, Klusenhof und Schützenstraße. Zwar ist ein Teilstück der Klusenstraße offiziell schon als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, in dem Schrittgeschwindigkeit gelten soll. Nach Darstellung des Anwohners werde diese Regel jedoch häufig missachtet.
Besonders problematisch sei die Situation für Kinder. Früher hätten sie noch auf der Straße spielen können, inzwischen sei dies kaum noch möglich. Auch für Schulkinder auf dem Weg zur nahegelegenen Grundschule sieht der Antragsteller eine zunehmende Gefahr. Auf einem Abschnitt der Straße gibt es nur einen einseitigen Gehweg, sodass Fußgänger teilweise auf der Fahrbahn unterwegs sind.
Eigene Messungen zeigen häufige Tempoverstöße
Um die Situation zu dokumentieren, hat der Anwohner nach eigenen Angaben selbst eine Geschwindigkeitsmessanlage angeschafft. Die Auswertung der Messungen über rund anderthalb Jahre zeige, dass knapp 80 Prozent der Fahrzeuge schneller unterwegs seien als erlaubt.
Der sogenannte V85-Wert – ein gängiger Indikator für das tatsächliche Fahrverhalten – liege bei etwa 25 km/h. In einem verkehrsberuhigten Bereich, in dem Schrittgeschwindigkeit von etwa vier bis sieben km/h vorgeschrieben ist, sei dieser Wert deutlich zu hoch.
Mit Blick auf eine angekündigte Baustelle auf der Verbindungsstraße befürchtet der Antragsteller zudem zusätzlichen Verkehr durch Umleitungen.
Vorschläge für Verkehrsberuhigung
Der Antrag enthält mehrere konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation. So regt der Anwohner an, zwei zusätzliche Bodenschwellen einzubauen, um Fahrzeuge stärker abzubremsen. Eine weitere Idee ist die Einrichtung einer Sackgasse in einem Abschnitt der Klusenstraße, die nur von Anliegern oder bestimmten Fahrzeugen wie Müllabfuhr und Schulbus passiert werden könnte.
Als dritte Möglichkeit bringt der Antragsteller eine Einbahnstraßenregelung ins Gespräch, die unter anderem auch den Verkehr durch sogenannte „Elterntaxis“ vor der Schule reduzieren könnte.
Verwaltung will Messungen überprüfen
Die Stadtverwaltung empfiehlt dem Hauptausschuss zunächst, den Bürgerantrag an den Ausschuss für technische Infrastruktur zu überweisen. Dort soll er allerdings erst beraten werden, wenn eigene Messungen der Stadt vorliegen.
Die vom Antragsteller erhobenen Daten könnten derzeit nicht als belastbare Entscheidungsgrundlage dienen. Nach Angaben der Verwaltung fehlt eine Eichung der verwendeten Messanlage, außerdem seien Messbedingungen und Kalibrierung nicht ausreichend dokumentiert.
Das zuständige Fachamt will daher eine eigene Verkehrserhebung durchführen, einschließlich Geschwindigkeitsmessungen.
Erst nach Auswertung dieser Daten soll entschieden werden, ob zusätzliche Maßnahmen notwendig und verhältnismäßig sind. Dabei sollen sowohl die Interessen der Anwohner als auch mögliche Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz berücksichtigt werden.
Sollten bauliche Veränderungen an der Straße sinnvoll erscheinen, sollen auch die Anwohner in einem Beteiligungsverfahren einbezogen werden. Eine entsprechende Ergänzungsvorlage könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt in die politische Beratung eingebracht werden.
Quelle: Stadt Hilden
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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