Stadthalle Hilden: Das Millionengrab

Als vor 43 Jahren die Stadthalle im Zentrum von Hilden eröffnet wurde, waren die Stadtmütter und -väter noch guten Dinge, diese Mehrzweckhalle wirtschaftlich zum Wohle der Bevölkerung betreiben zu können. Umgerechnet 8,7 Millionen Euro hatte sich die Stadt den Bau inklusive Grundstück kosten lassen.

Das Ergebnis kann sich bis heute sehen lassen. Die enorme Wandlungsfähigkeit im Gebäude macht kleine Theaterveranstaltungen ebenso möglich wie Großveranstaltungen mit bis zu 2.000 Besuchern.

 

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Angeschlossen an die Stadthalle ist ein kleines Restaurant, das Anfang der Jahrtausendwende kurzzeitig sogar eigenständig betrieben wurde. Insgesamt ist die Stadthalle gut „in Schuss“. Doch damit enden auch bereits die guten Nachrichten.

 

Die Stadthalle hat die Steuerzahler*innen schon über 25 Millionen Euro gekostet

Neben den 8,7 Mio. Euro Erstellungskosten fallen seit Jahrzehnten jährliche Bewirtschaftungskosten für die Halle an. Im Jahr 2019, als die Halle noch von der Firma Alzer Projectmanagement GmbH betrieben wurde, waren das stolze 800.000€ vor Abschreibung. Seit 2020 wird die Halle von der Stadt Hilden Holding GmbH betrieben. Der Verlust konnte in 2020 immerhin auf 570.000€ verringert werden.

 

Gleichwohl kommt da über die letzten 43 Jahre ein beträchtlicher Betrag zusammen, für den die Stadt vertraglich geradezustehen hat.

 

Wer betreibt die Halle und wie geht es weiter?

In der Stadt Hilden Holding GmbH werden diverse Firmen und Beteiligungen der Stadt so u.a. auch die Beteiligungen an den Stadtwerken Hilden sowie weiterer kleinerer Beteiligungsfirmen konsolidiert. Auf die Frage, wie es nun mit der Stadthalle weitergeht, teilt uns Geschäftsführerin und Stadtkämmerin Anja Franke mit, dass sich „ein Überschuss mit der Stadthalle nicht erwirtschaften lasse“.

 

 Durch eine Veränderung des Vermarktungskonzeptes hofft Franke jedoch zukünftig auf höhere Auslastung und Erlöse.

 

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Und so sieht das neue Konzept der Stadthalle aus

O-Ton Anja Franke: „Die Gesellschaft hat im Frühjahr 2021 neue Nutzungsgebühren beschlossen. Durch preisgünstige Pauschalen, beispielweise für die Nutzung des Foyers, erhofft sich die Gesellschaft eine höhere Auslastung, indem Vereine und Verbände die Stadthalle beispielweise für Mitgliederversammlungen nutzen. Zudem strebt die Gesellschaft eine intensivere Zusammenarbeit mit den städtischen Veranstaltungsstätten Area51 und Heinrich-Strangmeier-Saal an, welche durch das Jugendamt und Kulturamt bespielt werden. Veranstaltungen, deren Publikumsgröße stetig steigt und zu groß für die kleineren Veranstaltungsstätten sind, sollen so in die Stadthalle geholt werden.“

 


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Gleichzeitig legt Geschäftsführerin Franke großen Wert auf striktes Kostenmanagement. So lässt sich dann eventuell die „Altlast“ Stadthalle auch zukünftig einigermaßen verkraften.

 

Bericht: Walter Thomas
Foto: anzeiger24.de

 


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